Optimierung durch "Systemische Aufstellungen"
In den letzten Jahrzehnten wurden viele Kennzahlen (z.B. Sterling-Ratio, Profit-Factor, usw.) entwickelt, um Investments und Portfolios auf ihre Qualität hin zu überprüfen. Die dahinter steckende Idee ist, durch Berechnungen, die zumeist auf Daten der Vergangenheit beruhen, qualitative Einschätzungen über das jeweilige Investment oder Portfolio zu treffen und darauf aufbauend auf die zukünftige Entwicklung zu schliessen. Wie erfolgreich ist das?
Sie kennen wahrscheinlich den Satz "Aus Renditen der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Ergebnisse geschlossen werden." Das stimmt. Auch Kennzahlen helfen bei der Auswertung vor allem, um die offensichtlich schlecht rentierenden Investments (Basis sind auch hier wieder die Daten der Vergangenheit) direkt auszusortieren. Übrig bleiben die Investments, die für den jeweiligen Kunden vordergründig interessant sind und aus denen er dann auswählen kann. Wenn ein Portfolio gewünscht wird, geht die Nutzung der Kennzahlen noch eine Runde weiter und im Allgemeinen wird angeschaut, wie das Portfolio als Einheit in verschiedenen Marktphasen rentiert hat. Zeigt sich die Entwicklung stabil und werden verschiedene Parameter (z.B. maximal festgelegter Verlust) eingehalten, so ist dieses Portfolio bereit für die Umsetzung.
Soweit die Erklärung über die Nutzung von Kennzahlen zur Filterung von interessanten Investmentmöglichkeiten in Kurzform. Die Emotionen sollen hierbei bewusst aussen vor gelassen werden, denn schliesslich ist ja allgemein bekannt, das Emotionen bei sachlich zu treffenden Entscheidungen eher schaden, denn nützen. Doch ist es überhaupt (menschen)möglich, Emotionen auszuschliessen? Und gibt es vielleicht die Möglichkeit, diese Emotionen, die ich nachfolgend auch "Dynamiken" nenne, zu nutzen?
Nun, dazu habe ich mir einige Gedanken gemacht und meine Erfahrungen und Beobachtungen im Finanzbereich mit meinen Erfahrungen und Beobachtungen im Bereich der Systemischen Aufstellungen verbunden.
Was sind "Systemische Aufstellungen"?
"Systemische Aufstellungen" befassen sich mit einer Dimension unserer Realität, die wir erstmal nicht sehen, hören, riechen oder schmecken können. Doch wer sich schonmal mit "Systemischen Aufstellungen" beschäftigt hat, weiss um die faszinierenden Möglichkeiten dieser Technik, die ihre Erkenntnisse durch das Fühlen bzw. die intuitive Wahrnehmung gewinnt. Bei "Systemischen Aufstellungen" werden Thematiken ("Systeme") in Teilaspekte unterteilt und in einem Raum aufgestellt. Stellvertretend für diese Teilaspekte stellen sich meist verschiedene Personen zur Verfügung. Alternativ ist es auch möglich, diese Teilaspekte auf verschiedene Zettel zu schreiben und durch Ausbreiten auf einem Tisch "aufzustellen". Das Interessante ist nun, dass das Einfühlen der Personen in ihre Rollen (Teilaspekte der Systeme) zur Offenlegung der Dynamiken in diesem System führen können. Eine Dynamik ist die Energie zwischen zwei oder mehreren (Teil)Aspekten. Beispiele: die Beziehung zweier Personen, die Beziehung eines Menschen zu seinem Job, die Beziehung eines Menschen zu seinem Investmentberater (ja, auch das ist bzw. enthält eine Dynamik), das Managed Account Programm in Beziehung zu seinem Händler / Broker / Kunden, usw..
Selbstverständlich können diese Dynamiken weiter aufgegliedert werden. So kann z.B. bei der Aufstellung Kunde <-> Investmentberater herauskommen, dass der Investmentberater die richtige Wahl für das Geld des Kunden ist, es jedoch menschlich zwischen den Beiden eher schwierig ist.
Um den Rahmen nicht zu sprengen, erläutere ich nachfolgend "Systemische Aufstellungen" am konkreten Beispiel von Investments bzw. dem Verhältnis Kunde <-> Investmentberater. In diesem System gibt es u.a. folgende Teilaspekte: der Investor selbst, das (Managed Account) Programm bzw. die (Managed Account) Programme, etc.. Es können auch sein: die Ehefrau bzw. der Ehemann des Investors / der Investorin, die depotführende Bank. Im Prinzip lässt sich die Komplexität beliebig steigern, denn auch persönliche und familiäre Dynamiken auf Seiten des Händlers spielen ohne Zweifel eine Rolle. Bei einer "Systemischen Aufstellung" werden diese einzelnen Teilaspekte aufgestellt und anhand der auftretenden Dynamiken können nun Informationen gewonnen und gedeutet werden.
Wie können "Systemische Aufstellungen" helfen, den Anlageerfolg zu verbessern?
Die Informationen, die durch das Sichtbarmachen der Dynamiken aus dem oben beschriebenen Feld entstammen, können mit den altbekannten Informationen und Zahlen aus der Finanzwelt kombiniert werden. Es entsteht ein Filterprozess. Zuerst werden die Managed Account Programme vorausgewählt, die den Kundenwünschen entsprechen, in einem weiteren Schritt werden diese weiter aufgrund der aus dem Feld gewonnenen Informationen ausgefiltert. Dabei gibt es drei Möglichkeiten:
1. Das Managed Account Programm sowie die aus dem Feld gewonnenen Informationen passen sehr gut zusammen. Es kommt zu einer Empfehlung für das entsprechende Maanaged Account Programm.
2. Das Managed Account Programm sowie die aus dem Feld gewonnenen Informationen passen nicht zusammen. Es kommt zu keiner Empfehlung für das Managed Account Programm.
3. Die aus dem Feld gewonnenen Informationen sind unklar. Es zählen allein die Kennzahlen des Managed Account Programms.
Bei den Möglichkeiten 1. und 2. gibt es klare Empfehlungen an den Kunden, in das Managed Account Programm zu investieren oder es nicht zu tun. Sollten aus dem Feld keine klaren Informationen erhältlich sein, wird eine Investmentempfehlung ausschliesslich auf Basis der Kennzahlen getroffen.
Was können "Systemische Aufstellungen" nicht und wo liegen die Grenzen?
Systemische Aufstellungen sind keine neuen Wundermittel, die die Zukunft voraussagen oder einen sicheren Gewinn versprechen. Vielmehr dienen sie der Optimierung des Anlageprozesses durch Sichtbarmachung verschiedener Informationen, die sonst häufig verborgen bleiben würden. In Kombination mit altbekannten und altbewährten (mathematischen) Analysemethoden können Systemische Aufstellungen helfen, den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg zugunsten des Erfolgs auszumachen.
Eine Aufstellung ist, je nach gewünschtem Themenspektrum, entsprechend umfangreich und aufwendig und die gewonnenen Informationen müssen sondiert, bewertet und verarbeitet werden. Das erfordert Erfahrung. Sehr wichtig ist hier auch die Unvoreingenommenheit der an der Aufstellung beteiligten Person(en), damit keine "sich selbst erfüllende Prophezeiung" auftreten kann. Dies kann z.B. auch durch eine sog. "verdeckte Aufstellung" erfolgen.
Ich biete meinen Kunden an, die Möglichkeiten der Systemischen Aufstellung in den Ausleseprozess der Managed Account Programme zu integrieren. Ein fortlaufender Einsatz des Instruments "Systemische Aufstellung" ist angeraten, da sich Dynamiken verändern.
Weitere Informationen erhalten Sie von mir per Email oder Telefon. Ich freue mich auf Sie.
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