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    Johannes G. Wresch
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Lexikon - Die Begriffe des Managed Accounts

Arbitrage: Bei der Arbitrage handelt es sich um das Ausnutzen von Preisunterschieden z.B. gleicher bzw. gleichartiger Futures-Kontrakte, die an unterschiedlichen Börsenplätzen gelistet sind. Dabei werden zeitgleich der günstigere Futures-Kontrakt gekauft und der teurere Futures-Kontrakt verkauft. Die Logik der Arbitrage folgt der simplen Vorstellung: Günstig einkaufen, teurer verkaufen.

Ask: -Price oder auch "Offer-Price". Preis bzw. Kurs, zu dem z.B. ein Futures-Kontrakt gekauft werden kann. Siehe auch dazu "Bid".

Backwardation: Bezeichnet eine Situation auf den Terminmärkten, bei dem der früher zur Lieferung bzw. Bar-Ausgleich anstehende Terminkontrakt (z.B. Futures) einen höheren Preis aufweist, als der später zu liefernde bzw. bar-auszugleichende. Normalerweise notieren später zur Lieferung bzw. zum Bar-Ausgleich anstehende Terminkontrakte höher, da entsprechende Kosten, wie z.B. die Lagerung, die Versicherung sowie der Zins, einberechnet werden müssen. Diese Situation tritt am Rohstoffmarkt u.a. dann auf, wenn sich ein kurzfristiger Nachfrageüberhang auszeichnet. Siehe auch "Contango". 

Bid: -Price. Preis bzw. Kurs, zu dem z.B. ein Futures-Kontrakt verkauft werden kann. Siehe dazu auch "Ask".

Broker / FCM: Ein Broker ist eine Person, die die Kauf- und Verkaufsaufträge seiner Kunden an der Börse ausführt. Häufig ist jedoch der FCM, das für "Futures Commission Merchant" steht, gemeint, wenn vom "Broker" die Rede ist. Der FCM ist ein bei den amerikanischen Aufsichtsbehörden CFTC und NFA registrierte Unternehmung, die für Kunden Handelskonten unterhält, Kontoauszüge erstellt und die Kauf- und Verkaufsaufträge seiner Kunden zur Ausführung an die Börse weiterleitet. 

CBOE: Chicago Board Options Exchange. Börse in Chicago, an der Optionen gehandelt werden.

CBoT: Chicago Board of Trade. Börse in Chicago, an der hauptsächlich Waren (wie z.B. Sojabohnen, Weizen) in Form von Futures-Kontrakten gehandelt werden. Seit dem Zusammenschluss mit der CME ist die CBoT nun Teil der CME Group.

CFTC: Commodity Futures Trading Commission. Amerikanische Aufsichtsbehörde für den Bereich des Futures- und Optionshandels

CME: Chicago Mercantile Exchange. Börse in Chicago, an der in der Vergangenheit hauptsächlich Aktienindizes und Währungen gehandelt wurden. Ist nun Teil der CME Group.

Commodities: Im Zusammenhang mit dem Futures-/Optionshandel versteht man unter "Commodities" Waren (z.B. Weizen, Sojabohnen) und Rohstoffe (z.B. Gold, Öl)

Contango: Als Contango wird eine Situation im Terminmarkt bezeichnet, bei der die später zur Lieferung bzw. Bar-Ausgleich anstehenden Terminkontrakte (z.B. Futures) höher im Kurs notieren, als die kurzfristigen. Somit gilt der Contango als "normale" Marktsituation, da die später fällig werdenden Terminkontrakte aufgrund der einzuberechnenden Kosten, wie z.B. Versicherung, Lagerung und Zins ("cost-of-carry"), höher notieren müssen.

Cost-of-carry: Dieser Begriff bezeichnet die Kosten, die bis zur Fälligkeit eines (Futures)Kontraktes entstehen. Beispiel: Der Weizen zur physischen Erfüllung einer Lieferverpflichtung aus dem Halten einer Short-Position über den Tag der Andienung hinaus (fester Termin, der durch die Börse bestimmt wird, an dem der Kontrakt gehandelt wird) muss gelagert und versichert werden. Beim Handel von Staatsanleiehn oder Devisen entfallen Kosten wie Versicherung und Lagerung, dafür fallen Zinsen an ("Haltekosten" bei Kontrakten mit beabsichtigtem Bar-Ausgleich).

Covered Option: Von einer "covered option" spricht man, wenn der Optionsverkäufer, auch "Stillhalter" genannt, bereits über die entsprechende Menge und Qualität des Basiswertes einer Option verfügt, die er zu dem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu liefern verpflichtet ist. Alternativ ist auch das Eingehen einer Kaufposition im gleichen Basiswert der Option möglich. Gegenteil s. "Naked Option".

CTA: Commodity Trading Advisor. Ein bei der amerikanischen Aufsichtsbehörde NFA registrierte Person bzw. Unternehmung, die den Handel von Managed Accounts betreibt. 

Commission: Die Commission oder auch Kommission ist die Gebühr, die der Broker/FCM dem Kunden für jeden Handelsvorgang auf seinem Managed Account zum Zwecke der Kostendeckung berechnet. 

Daytrading: Bezeichnet das Eröffnen und Schliessen von Positionen innerhalb eines Handelstages.

Drawdown: Ist der Begriff für den maximalen Verlust eines Managed Accounts (meist berechnet auf den letzten Handelstag eines Monats)

Eurex: European Exchanges. Tochtergesellschaft der Deutschen Börse AG mit Sitz in Frankfurt und gleichzeitig Handelsplattform für u.a. Futures- und Optionskontrakte.

Forex: Ist die Abkürzung für "Foreign Exchange". Damit wird der weltweite Devisenhandel bezeichnet, der meist unter Umgehung der regulierten Börsen direkt zwischen Marktteilnehmern via elektronischer Handelsplattform stattfindet. 

Forex Managed Account: Bei einem Forex Managed Account werden ausschliesslich Devisen gehandelt. Der Handel von Rohstoffen & Co. spielt hierbei keine Rolle.

Futures(-Kontrakt): Ein Futures-Kontrakt ist eine standardisierte Vereinbarung über die Abnahme bzw. Lieferung des jeweils zugrunde liegenden Kontrakt-Gegenstandes (z.B. Währung, Rohstoff) zu einem fest in der Zukunft vereinbarten Termin. In der Praxis des Managed Account Handels geht es jedoch selten um die Lieferung bzw. Abnahme des jeweiligen Kontrakt-Gegenstandes. Vielmehr geht es um die Erzielung eines Gewinns aus Preisdifferenzen beim täglichen Handel (Kauf & Verkauf) an den Börsen.

Handelssystem: Der Begriff "Handelssystem" wird zumeist in Verbindung mit Programmen verwendet, die auf Basis der Kursdaten von den jeweiligen Börsen einerseits und einer programmierten Logik andererseits, Kauf- und Verkaufssignale generieren, die anschliessend vollautomatisch oder manuell durch einen Händler ausgeführt werden.  

Hedge: Mittels eines "Hedges", also einer Absicherung, werden meist offene Positionen auf dem Handelskonto durch entsprechend gegenläufige Positionen abgesichert. Durch diesen kompensierenden Faktor können Preisschwankungen an den Börsen keine (negativen) Auswirkungen mehr auf das Handelskonto haben, zeitgleich sind zumeist auch die Gewinnchancen eliminiert. 

Incentive Fee: Auch "Performance Fee" oder "Gewinnbeteiligung" genannt. Die Incentive Fee ist die meist auf den Gewinn des Managed Accounts prozentual erhobene Gebühr durch den Händler für seine erfolgreiche Tätigkeit. Sie wird selbstredend nur bei auftretenden Gewinnen fällig.

LIFFE: London International Financial Futures and Options Exchange. Futures- und Optionsbörse in London.

Long-Position: "Kauf-Position". Ein Händler kauft z.B. Futures-Kontrakte, wenn er in naher Zukunft steigende Preise erwartet. Durch den Kauf hält er eine sogenannte "Long-Position". 

Managed Account: Eine umfangreiche Beschreibung, was ein Managed Account ist, finden Sie auf einer Sonderseite hier.

Management Fee: Die "Management Fee" ist eine zumeist prozentual erhobene Gebühr auf den Anlagebetrag für das Betreuen des Kontos durch den Händler.  Diese Gebühr wird unabhängig vom Erfolg des Händlers erhoben. 

Margin: Als "Margin" wird eine Sicherheitsleistung bezeichnet, die der Broker/FCM automatisch vom Handelskonto des Kunden abbucht (bzw. reserviert), sobald der Händler eine Position eröffnet hat. Diese Sicherheitsleistung ist ein wichtiger Teil des Risikomanagements, da somit automatisch die maximal mögliche Anzahl offener Positionen auf dem Managed Account limitiert ist.

Naked Option: Von einer "naked option" spricht man, wenn der Optionsverkäufer, auch "Stillhalter" genannt, nicht über die entsprechende Menge und Qualität des Basiswertes einer Option verfügt, die er zu dem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu liefern verpflichtet ist. Gegenteil s. "Covered Option".

NFA: National Futures Association. Aufsichtsbehörde u.a. für Händler von Managed Accounts in den USA.

Notional Funding: Ein "Notional Funding" bedeutet, dass das Handelskonto z.B. für ein Programm, welches ein Mindestinvestment von beispielhaft 1.000.000 USD erfordert, nur mit 500.000 USD "befüllt" wird. Der Händler agiert mit seinen Handelsentsheidungen trotzdem so, als wenn sich 1.000.000 USD auf dem Handelskonto befinden würden. Berechnet, auf die wirklich geleistete 500.000 USD Einzahlung, ergibt sich eine Verdoppelung des prozentualen Gewinns als auch des Verlustes.

Option: Eine (börsengehandelte) Option ist eine standardisierte Vereinbarung über die Abnahme bzw. Lieferung des jeweils zugrunde liegenden Kontrakt-Gegenstandes (z.B. Währung, Rohstoff) zu einem fest in der Zukunft vereinbarten Termin. Während der Optionskäufer durch Zahlung der Optionsprämie das Recht, jedoch nicht die Pflicht besitzt, den Kontraktgegenstand zu liefern bzw. abzunehmen, ist der Optionsverkäufer, auch "Stillhalter" genannt, in der besagten Pflicht, den Optionsgegenstand abzunehmen oder zu liefern. Für diese Verpflichtung erhält der Optionsverkäufer bei Verkauf der Option eine Prämie. 

Performance Fee: siehe "Incentive Fee".

Position-Trading: Beim sogenannten "Positions-Handel" werden Handelspositionen anders, als beim Daytrading, über mehrere Tage, Wochen oder Monate gehalten. Hierbei geht der Händler von längerfristig steigenden bzw. fallenden Preisen aus.

Roundturn: Ist die Bezeichnung für einen abgeschlossenen Handelsvorgang (Kauf und Verkauf bzw. Verkauf und Kauf).  

Short-Position: "Verkaufs-Position". Ein Händler verkauft z.B. Futures-Kontrakte, wenn er in naher Zukunft fallende Preise erwartet. Durch den Verkauf hält er eine sogenannte "Short-Position".

Scalping: Die extreme Form des Daytradings. Beim "Scalping", einem Handelsansatz, bei dem Positionen oft nur für wenige Sekunden gehalten werden, versucht der Händler kleinste Preisschwankungen am Markt durch schnelles Agieren gewinnbringend für seine Kunden auszunutzen. 

Spread: Beim Spread wird zeitgleich eine Kauf und eine Verkaufs-Position (z.B. im Weizen-Markt) in unterschiedlichen Kontrakt-Monaten eingegangen. Der Händler spekuliert dabei auf eine Preisveränderung dieser beiden Positionen im Verhältnis zueinander. Ein Gewinn wird u.a. dann erwirtschaftet, wenn die Kaufposition im Wert stärker steigt als die Verkaufsposition im gleichen Zeitraum an Wert verliert.

Underlying: Bei einem Weizen-Kontrakt ist der physische Weizen das dem Terminkontrakt (z.B. Futures) zugrunde liegende "Underlying", der gehandelt wird. Bei einem Euro-Kontrakt ist es eine fest bestimmte Menge Euro, die als underlying fungiert.