Die Geschichte des Managed Accounts
Es war einmal um die Zeit des 2. Jahrtausends vor Christus, als in den Regionen des heutigen Bahrains, Indiens und Mesopotamiens versucht wurde, die Risiken aus Handelsgeschäften gegen einen möglichen Preisverfall abzusichern. Im Laufe der Entwicklung wurden ab 1595 auch Terminkontrakte auf Tulpenzwiebeln in Amsterdam gehandelt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstand der erste richtige Futuresmarkt in Osaka / Japan. Dort wurde auf die Preisentwicklung von Reis spekuliert.
Ein weiterer und für die westliche Welt sehr wichtiger Abschnitt began 1848 mit der Gründung der Chicago Board of Trade, kurz CBoT, in Chicago / USA. Bis 1865 wurden dort hauptsächlich Waren, wie z.B. Mais und Weizen, gehandelt. Anders als heute waren die gehandelten Kontrakte noch nicht in der Form standardisiert, wie wir es heute kennen. Um den Handel zu vereinfachen, wurden 1865 die Kontrakte standardisiert, d.h. Umfang / Menge, Laufzeit und Qualität waren fortan festgeschrieben. Das war die Geburtsstunde der "mordernen" Kontrakte, wie wir sie heute als Futures-Kontrkate kennen.
Im Jahr 2007 fusionierte die CBoT mit der CME (Chicago Mercantile Exchange) zur CME Group. Im Jahr 1994 fusionierten schon einmal zwei amerikanische Börsen: die Nymex (New York Mercantile Exchange) und die Comex (New York Commodity Exchange). Die Nymex behielt ihren Namen und wurde 2008 von der CME Group übernommen. Daraus entstand die weltweit grösste Terminbörse.
Börsen wurden zum Zwecke der Preisabsicherung gegründet. Händler, Produzenten und verarbeitende Industrie wollten sich gegen (extreme) Preisschwankungen absichern und brauchten dazu einen zentralen Platz, an dem ein organisierter Handel eine solide Absicherung ermöglichte. Wollte z.B. ein Bauer, der auf seinen Feldern Weizen anbaute, seine Ernte gegen einen drohenden Preisverfall (z.B. wegen eines Weizen-Überangebotes auf dem Markt) absichern, so konnte er seine Ernte in Form von Terminkontrakten zu einem Preis, der durch die Handelstätigkeiten an den Börsen entstand, verkaufen, obwohl der Weizen noch auf den Feldern war. Die Lieferung hatte erst später (zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt und mit einer fest vereinbarten Qualität des Weizens) zu geschehen. Damit ein (fairer) Preis aus der Handelstätigkeit an der Börse jedoch überhaupt entstehen konnte, brauchte es Händler, die bereit waren, den Weizen bzw. die Terminkontrakte, den / die der Bauer verkauft hatte, zwischenzeitlich als Gegenpartei in ihre Bücher zu nehmen. Der Bauer trat also in diesem Beispiel als Verkäufer auf, die Händler bzw. Spekulanten als Käufer. Glaubten die Händler, dass sich der Weizenpreis verteuern würde und konnten sie den Weizen-Terminkontakt des Bauerns zu einem für sie günstigen Preis über die Börse erwerben, hatten sie ein gutes Geschäft gemacht, sofern der Weizenpreis wirklich angestiegen ist. Hatte sich jedoch ihre Meinung zu der Entwicklung des Weizenpreises wieder geändert, so war es auch für Sie wichtig, einen liquiden Markt an der Börse zu finden, um ihre Kauf-Positionen im Weizen wieder veräussern zu können. Die Differenz aus diesen An- und Verkäufen ist der Gewinn der Händler. Jeder Händler hat also für sich eine Art Managed Account geführt, in dem er (eigenes) Geld mit der Absicht investiert hat, durch kluge Entscheidungen einen Gewinn aus seinen Käufen und Verkäufen zu erzielen.
An diesem Prinzip hat sich bis heute nichts geändert. Die Händler / CTAs / Vermögensverwalter der Anlageprogramme arbeiten daran, aus den Käufen und Verkäufen, die sie über die Börsen tätigen, einen wirtschatlichen Vorteil für Ihre Kunden, also für Sie, zu gewinnen. Falls Sie mehr über die spannenden Hintergründe und Abläufe wissen möchten, schicken Sie mir eine Email.